Keine Autos auf dem Habichtsweg!

Im Beitrag vom 17.10.2017 („Grün in der Stadt bewahren“) hatte ich auf eine Plakatwand der Grünen Ratsfraktion zum Thema Stadtgrün hingewiesen. Auf dem Plakat konnten Bürger Vorschläge machen. Die Grüne Ratsfraktion hat die dortigen Vorschläge von Bürgern teilweise auf ihrer Facebookseite kommentiert. Ich hatte auf dem Plakat den Vorschlag „Keine Autos auf dem Habichtsweg“ gemacht. Der Kommentar dazu ist folgender:

Es wird als Antwort auf das Protokoll einer Bauausschuss-Sitzung vom 19.1.2017 hingewiesen. In dieser Sitzung hatte Uli Holefleisch auf meine Bitte hin freundlicherweise angefragt, ob es stimmt, dass es Überlegungen gibt, den Habichtsweg ein Stück weit für Kraftfahrzeuge zu öffnen, damit private Parkplätze auf dem Grundstück Goerdelerweg 2a angefahren werden können. Herr Dienberg antwortet im Protokoll:

Diese Antwort von Herrn Baudezerneten Dienberg war mir bereits bekannt. Mich hätte die Meinung der Grünen Ratsfraktion zu dieser Maßnahme interessiert. Die blieb aber leider aus.

Mich würde interessieren, wie der im Protokoll beschriebene Kompromiss zustande gekommen ist. Wer hat den ausgehandelt? Hat man sich mit dem Zufahrtsproblem seitens der Stadt eigentlich auch schon vor der Erteilung der Baugenehmigung befasst? Immerhin hat sich mit dem Neubau der Stellplatzbedarf um 700% erhöht. Die Anwohner, deren Grundstücke von Süden her an den betroffenen Teil des Habichtswegs grenzen, sind auf jeden Fall nicht einbezogen worden. Auch der Habichtsweg ist ein Schulweg (s. dazu Beitrag vom 26.102017 „Eine ökologisch sinnvolle Problemlösung“). Ist das berücksichtigt worden?

Wenn für den Neubau Goerdelerweg 2a bis zu 4 Stellpätze auf der Südseite des Grundstücks angelegt werden, die über den Habichtsweg angefahren werden, dann wird nicht nur ein Fuß- und Radweg stückweise für Kraftfahrzeuge geöffnet, sondern es wird auch ein Teil Stadtgrün für diese privaten Stellplätze geopfert.

Da hätte ich mir gewünscht, dass die Grüne Ratsfraktion das nicht einfach so geschehen lässt. Immerhin hat sie sich auf die Fahne geschrieben, sich für das Stadtgrün einzusetzen. Und ihre Jugendorganisation hat sogar eine Aktion „Parks statt Parkplätze“ ins Leben gerufen (Foto gefunden auf der Facebookseite der Grünen Ratsfraktion Göttingen):

Bei dieser Aktion in verschiedenen Städten geht es darum, eine Stadt für alle, statt eine Stadt für Autos zu schaffen. Straßen und Parkplätze sollen nicht länger mehr Priorität haben. Stattdessen werden nachhaltige Verkehrskonzepte und öffentlich zugängliche Freiräume gefordert. Also liebe Grüne Jugend und liebe Grüne Ratsfraktion, hier auf dem schönen grünen Habichtsweg gibt es etwas zu tun. Packen wir’s an!

Am 27.11.2017 wurde Folgendes hinzugefügt:

Die Redaktion hat Kenntnis von einem Brief erlangt, der als Reaktion auf den obigen Blog-Beitrag an eine Adresse im Göttinger Rathaus gerichtet ist. Dieser Brief bringt das im Blog behandelte Problem so treffend auf den Punkt, dass er auszugsweise an dieser Stelle unbedingt als Ergänzung wiedergegeben werden soll:

Die Inhalte des Blog zielen auf den Vertrauensverlust zwischen unserer Stadt und ihren Bürgern. Erneut entsteht der Eindruck, dass die Verwaltung eher dazu neigt, die grenzwertigen Interessen von Investoren zu bedienen als ihnen die durch politische Beschlüsse gesetzten Grenzen aufzuzeigen. Der Habichtsweg ist als Grünzug von hoher Wertigkeit ausgewiesen und darf folglich nicht dafür herhalten, dass eine verfehlte Bauplanung nachträglich durch eine Zufahrt zu Parkplätzen über diesen Weg repariert wird.

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