Das Geschosswohnungsbau-Monster geht um

Auch im Göttinger Ostviertel und angrenzenden Gebieten geht das Geschosswohnungsbau-Monster um, in seinem Gefolge das Verkehrswege-Monster und als Vorhut das Waldfraß-Monster. In jüngster Zeit erst hat es sich das ehemalige IWF-Gelände am Nonnenstieg einverleibt, dann ein Gelände am Nikolausberger Weg. Als nächstes streckt es seine gierigen Finger nach einer Fläche im Landschaftsschutzgebiet an der oberen Zimmermannstraße aus.

Zimmermannstraße: Landschaftsidylle vor dem Aus

Weil dringend universitätsnahe Wohnmöglichkeiten benötigt werden, soll kurzerhand der erst im August 2017 verabschiedete Flächennutzungsplan geändert werden und eine weitere Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet „Leinetal“ entlassen werden. Laut einer naturschutzfachlichen Stellungnahme (von wem?) wird dem betroffenen Stück Landschaft an der oberen Zimmermannstraße eine Bedeutung als Naherholungsgebiet zugestanden und seine Umwandlung zu Wohnbebauungflächen als starker Eingriff mit nachteiligen Auswirkungen auf den Naturhaushalt gewertet. Beides hindert die Verfasser der Stellungnahme erstaunlicherweise jedoch nicht daran, die Entlassung aus dem Landschaftsschutzgebiet zu befürworten  mit den Worten „… insbesondere im Hinblick auf den festgestellten Bedarf an dringend benötigtem Wohnraum im Umfeld der Universität…“ (s. dazu https://ratsinfo.goettingen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3925).

Da fragt man sich, wozu überhaupt Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden, wenn so mir nichts, dir nichts eine Fläche wieder herausgenommen werden kann, weil „höhere“ Ziele es so fordern.

Zum Glück gibt es da bei der Stadt Göttingen noch eine Naturschutzbeauftragte mit unverbautem Blick für die Belange der Natur, die ebenfalls eine Stellungnahme verfasst hat:

Man darf also gespannt sein, wie sich der Bauausschuss am 7.12.2017 zu dieser Stellungnahme verhält, und ob er ungeachtet der ernsthaften Bedenken einer Entlassung der besagten Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet zustimmt. Werden die Bedenken gegen dieses Vorhaben einfach beiseite gewischt, kann man damit rechnen, dass auch andere Flächen, die bisher verschont wurden, wie z.B. Bismarckstein und Oberer Habichtsweg Nord und Süd (https://www.goettingen.de/pics/medien/1_1469078435/Steckbriefe_Sammelmappe_10052017.pdf) in absehbarer Zeit wieder für eine Bebauung in Betracht kommen.

Zu gerne würde ich einmal einen Blick in die eine oder andere Schublade im Bauamt werfen, um zu sehen, was dort so alles an Begehrlichkeiten schlummert…

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