Realitäten bedienen

Gerstern war ich wieder einmal bei einer öffentlichen Bauausschusssitzung im Rathaus als Zuhörerin. Ich kann das nur jedem Bürger/jeder Bürgerin wärmstens empfehlen, an so einer Sitzung teilzunehmen. Man bekommt Vieles zu hören und zu sehen. Es sind immer wieder anregende und mitunter auch verstörende Erfahrungen, die man von dort mit nach Hause nimmt. Bei mir schwingen sie manchmal noch tagelang nach. Von der Sitzung gestern ist mir insbesondere das Thema „Stellplatzsatzung“ im Gedächtnis. Ich sehe Göttingen seitdem mit ganz anderen Augen.

So zum Beispiel heute Morgen. Bei einem Spaziergang auf dem Habichtsweg in Höhe Pfingstanger fiel es mir wie Schuppen von den Augen: hier gibt es ein Stellplatzproblem!

Ich dachte dabei an einen Redebeitrag, ich glaube er kam aus der christlich/demokratischen Richtung, der forderte, man müsse sich an den Realitäten orientieren und nicht wie die Grünen, Zukunftswunschvorstellungen nachhängen. Also, hier gibt es einen Parknotstand, lösen wir ihn mit mehr Parkplätzen z.B. auf dem Habichtsweg, da ist noch viel Platz.

Und wenn wir schon einmal beim Habichtsweg sind, dann können wir gleich ein weiteres Stellplatzproblem mit erledigen. Auf dem oberen, für Anliegerverkehr freien Teil des Habichtswegs sind eindeutig zu wenige Stellplätze, denn die Besucher und Bediensteten des Stifts am Klausberg müssen in ihrer Not sogar regelmäßig auf dem Gehweg parken.

Wenn man die Realitäten als Richtschnur für das Handeln betrachtet, sollte man in diesem Fall den Gehweg rückbauen und Stellplätze dafür einrichten. Die Bäume, unter denen immer Autos stehen, sind es ja eh gewohnt. Und was den Baum bisher nicht getötet hat, härtet ihn vielleicht für die Zukunft ab!

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Ein Gedanke zu “Realitäten bedienen

  1. Zum Vorschlag der christlich/demokratischen Ausschussmitglieder, man solle sich doch besser den Realitäten anpassen, fallen mir noch ein paar weitere Vorschläge ein:
    – Weg mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Stadt, hält sich doch eh kaum einer dran
    – Weg mit Kontrollen des ruhenden Verkehrs (erhebliches Einsparpotential!), Parkverbote werden doch sowieso an vielen Stellen immer wieder ignoriert (und an manchen Stellen wie z.B. dem Habichtsweg oberhalb der Konrad-Adenauer-Straße wird auch das Problem durch die Stadt Göttingen seit Jahren ignoriert)
    – Weg mit der Strafe für Einbruch, die meisten Einbrecher werden ohnehin nie erwischt
    – Weg mit dem Rauchverbot auf Bahnsteigen, selbst Zugbegleiter rauchen gerne schnell mal eine Kippe beim Halt im Bahnhof
    Die Liste ließe sich fortsetzen. Wenn Sie liebe/r Leser/in hier Ironie vermuten, liegen Sie nicht verkehrt.

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