Dorn im Auge

Der kleine Ahorn am Zaun der neuen Kita am Habichtsweg hat anscheinend nicht nur Freunde. Irgendwem ist er offensichtlich ein Dorn im Auge. Stellt er vielleicht eine Bedrohung für die neue Feuerwehrzufahrt für die Kita dar? Vieleicht könnte er im Notfall den Weg versperren. Das darf natürlich nicht sein. Nur gut, dass die Fahrräder nicht im Weg sind. Sonst ginge es auch ihnen an den Kragen…

Hoffnungsträger

Es war einmal ein kleines Wäldchen am Habichtsweg. Das wurde abgeholzt für eine neue Kita. Ein Baum wurde verschont. Aber dann war auch er letztlich im Weg und musste weg.

Aus Wurzelresten kämpfte sich ein winziger Spross ans Tageslicht, wuchs heran und wurde abgeschnitten. Aber der Ahorn gab nicht auf, machte einen neuen Trieb, der inzwischen den Kitazaun überragt.

Die Natur gibt nicht so schnell auf – ein beruhigendes Gefühl in einer Zeit, in der das Waldsterben wieder Schlagzeilen macht und jeder einzelne Baum kostbar ist.

Nur schade, dass die Besucher der Montessori Kita mit dem kleinen Hoffnungsträger so achtlos umgehen …

Unerwünschter Sonnenschein

Der Sommer ist in Sicht. Er kündigt sich mit hohen Temperaturen und viel Sonnenschein deutlich an. Wohl dem, der bei so einer Wetterlage von einer grünen Umgebung profitiert, die Schatten und Kühlung spendet.

Die neue Kita am Habichtsweg  bekommt z.Zt. anscheinend zu viel Sonne ab, da schon am frühen Morgen alle Jalousien geschlossen sind. Wäre es da nicht schlauer gewesen, statt der 4 Esskastanien auf der gegenüberliegenden Seite den Grünstreifen vor der Kita wieder mit schnell wachsenden Büschen zu bepflanzen?

Damit könnte man sich vielleicht die Jalousien sparen, bessere Luft für alle bekommen und den Grünzug Habichtsweg wieder schließen.

Pfosten auf verlorenem Posten

Absperrpfosten haben normalerweise die Aufgabe, Unbefugte an der Durchfahrt zu hindern. Dort, wo der Pfingstanger auf den Habichtsweg mündet, steht auch so ein Absperrpfosten. Leider kann er seiner Funktion nicht nachkommen, da rechts und links von ihm so viel Platz für eine ungehinderte Durchfahrt ist, dass jeder, der will, auch ohne Umlegen des Pfostens selbst mit großen Fahrzeugen rechts oder links vom Pfosten passieren kann. Aus diesem Grund wurden dem Pfosten in früherer Zeit 2 dicke Findlinge zur Seite gestellt. Aber jetzt stehen diese im Abseits (s. rote Kreise) und der Pfosten damit auf verlorenem Posten.

Eigentum verpflichtet – aber wozu?

§ 14 des Grundgesetzes neu interpretiert:

Eigentum verpflichtet, ein Grundstück möglichst flächendeckend und bis an die Grenzen des Erlaubten in die Höhe zu bebauen.

Auf Schönheit, Ästhetik, Umweltverträglichkeit kommt es dabei nicht an. Nachverdichtung auf Teufel komm‘ raus lautet die Devise.

Ein gutes Beispiel für diese Neuinterpretation ist der Neubau am Habichtsweg/Goedelerweg im Ostviertel. Wo bis August 2016 noch ein Einfamilienhaus mit viel Grün drumherum stand, steht jetzt ein Wohngebäude mit 7 Wohnungen, das im wahrsten Sinne des Wortes überall aneckt – und das nicht nur optisch. Das Grundstück wurde so großflächig und hoch wie möglich bebaut. Heute wurde der letzte baumhohe Strauch des Grundstücks auch noch abgesägt. Eine einzelne alte Birke ganz am Rand des Grundstücks zum Habichtsweg hin hält die (botanische) Stellung für das ganze Grundstück.

Aber was soll’s? Es ist doch noch genug Grün auf den umliegenden Grundstücken vorhanden. Das muss reichen.

Man stelle sich vor, jeder Grundstückseigentümer würde so maximieren. Dann hätten wir früher oder später überall triste Betonwüsten ohne Grün, ohne Tiere und ohne gesunde Luft zum Atmen. Dann könnte man sogar noch die Terrassen und Balkone einsparen, denn wer hat schon Lust, sich in so einer Umgebung im Freien aufzuhalten? Da steigt man doch lieber ins Auto und fährt zum nächsten Naherholungsgebiet. Und irgendwann fängt man auch dort an zu roden und zu versiegeln – für dringend benötigte bezahlbare Parkplätze für die Autos der vielen Erholungsuchenden.

Ich frage mich wie es sein kann, dass man für so einen Wohnblock wie dem Goerdeler Weg 2a in diesem Wohnumfeld überhaupt eine Baugenehmigung bekommt. Der „dringend benötigte bezahlbare Wohnraum“ kann hier nicht als Argument herhalten. Diese Wohnungen sind nur für ganz wenige Leute bezahlbar, und selbst für diese Leute anscheinend nicht attraktiv genug, denn trotz begehrter Lage der Immobilie sind laut Preisliste auf der Webseite von Wucherpfennig & Marggraff immer noch nicht alle Wohnungen verkauft. Aber der Bau ist ja auch immer noch nicht fertig.

Vielleicht hat der Bauherr ja eine schicke Fassaden- und Dachbegrünung geplant. Das riesige Flachdach und die hohen Hauswände wäre wie geschaffen dafür. Und vielleicht werden die zukünftigen Besitzer des Penthauses auf der riesigen Dachterrasse (89.93 Quadratmeter) einen Garten anlegen, der der Natur etwas von dem zurückgibt, was ihr genommen wurde. Vielleicht, vielleicht. Es wäre so vieles möglich, wenn man nur wollte oder wenn die Stadt entsprechende Auflagen machen würde und somit ein Stückchen Ausgleich für die zunehmende Bodenversiegelung schaffen würde.

Und sollte jemand Anregungen für solche Maßnahmen suchen, empfehle ich folgendes Buch: Conrad Amber. 2017. Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt. Kosmos Verlag.